Dienstag, 22. Mai 2012

News zum Thema Gleichstellungsrecht

27.01.2012 | Newsbeitrag

Sag mir, wo die Frauen sind


Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung: "Sag mir, wo die Frauen sind" - das Projekt des djb geht bereits in die dritte Runde. Zum Auftakt der diesjährigen Aktion wird Ramona Pisal, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbunds (djb), Berlin, die kritischen Fragen der Juristinnen an den Vorstand der ThyssenKrupp AG richten, begleitet von djb-Mitglied Birgit Lemme, Bremen.
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Sag mir, wo die Frauen sind

Das besondere Interesse der Aktionärinnen gilt in diesem Jahr der Frage, ob und ggfs. welche Maßnahmen die Unternehmen ergreifen wollen, um mehr Frauen in die Aufsichtsräte und die Vorstände zu berufen. Gefragt wird auch nach den Zielen für den Anteil von Frauen im Vorstand. Beim "Quotengipfel" am 17. Oktober 2011 im Kanzleramt haben die DAX30-Unternehmen unter dem Druck drohender gesetzlicher Vorgaben zwar Selbstverpflichtungen zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen abgegeben. Zielvorgaben für Vorstand und Aufsichtsrat kommen in diesen Erklärungen jedoch nicht vor.

 

Der djb hinterfragt die Qualität und Quantität dieser Selbstverpflichtungen und erwartet Antworten u.a. zum Anteil von Frauen in den vier Führungsebenen unterhalb des Vorstands.

 

Mit dem Besuch der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 20. Januar 2012 in Bochum setzt der djb sein Projekt "Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung - Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, insbesondere Aufsichtsratspositionen deutscher Unternehmen" fort. Im Zuge des vom BMFSFJ geförderten Projekts haben djb-Mitglieder und andere Aktionärinnen bereits 2010 und 2011 jeweils 75  Hauptversammlungen börsennotierter Aktiengesellschaften besucht und von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch gemacht. Die Antworten der Vorstände sind ausgewertet und in zwei Studien veröffentlicht worden.

 

ThyssenKrupp hat derzeit einen Frauenanteil von 15 % im Aufsichtsrat, dabei nur 5 % von Arbeitgeberseite, und keine einzige Frau im Vorstand. In dem von der Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) geführten Women-on-Board (WoB)-Index rangiert das Unternehmen seit Anfang des Jahres 2011 unverändert auf Rang 68 (von 101).

 

Ramona Pisal: "Die vereinzelten Berufungen von Frauen in die Aufsichtsräte und - noch seltener - in die Vorstände begrüßen wir, es steht aber fest, dass diese marginalen Veränderungen nicht in angemessener Zeit zu signifikanten Verbesserungen führen werden. Der gerade veröffentlichte Wochenbericht des DIW (Nr.3.2012) bestätigt diesen Eindruck und unsere Auffassung, dass es ohne gesetzlich vorgegebene Quoten nicht geht. Mit der 'Berliner Erklärung', einer überparteilichen Initiative von Verbänden und Parlamentarierinnen, die inzwischen ca. 11.000 Frauen und Männer unterzeichnet haben, fordern wir die unverzügliche Einführung verbindlicher gesetzlicher Regelungen."

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