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10.01.2012 | Downloadbeitrag
Familienreport 2011: Eltern wünschen sich mehr Zeit für die Familie
Familienreport 2011: Eltern wünschen sich mehr Zeit für die Familie
Zeit ist eine Grundbedingung für stabile Bindungen und für die Übernahme von Verantwortung und Fürsorge in der Familie. Der Familienreport 2011, den das Bundesfamilienministerium am 9. Januar veröffentlicht hat, beleuchtet vor diesem Hintergrund das Familienleben in Deutschland. Er zeigt anhand von Zahlen und Fakten auf, wie Familien ihre Zeit verwenden, wie die Bevölkerung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einschätzt und wie Familienleistungen wirken.
Die zentralen Ergebnisse im Überblick:
- 78 Prozent der Eltern wünschen sich Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Offenbar betrifft dieses Thema zunehmend auch die Väter, denn 73 Prozent beurteilen die Vereinbarkeit als schlecht. Nicht nur Eltern von Kleinkindern, sondern auch 56 Prozent der Eltern von Schulkindern äußern hier Probleme.
- Flexible Arbeitszeiten sind für viele Eltern entscheidend, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Jeder zweite Vater wünscht sich, seine Arbeitszeit auf 36 bis 40 Wochenstunden zu reduzieren. Weitere 19 Prozent fänden eine vollzeitnahe Teilzeit mit 30 bis 35 Wochenstunden attraktiv. Dies entspricht auch den Wünschen der Kinder: Nur 44 Prozent der Kinder sind der Ansicht, dass sich ihre Väter genügend Zeit für sie nehmen. Die beruflichen Aktivitäten der Mütter wird von ihnen hingegen positiv bewertet: 80 Prozent der Kinder sind mit der Zuwendung ihrer Mütter zufrieden.
- Familien in Deutschland bleiben stabil: 75,7 Prozent aller Kinder in Deutschland wachsen bei ihren verheirateten Eltern auf. Nimmt man die Eltern hinzu, die unverheiratet zusammenleben, sind es 83 Prozent. Der Anteil der Alleinerziehenden lag im Jahr 2010 bei 16,8 Prozent. Fast die Hälfte aller Kinder (48 Prozent) wächst mit einer Schwester oder einem Bruder auf. Knapp jedes fünfte Kind lebt mit zwei Geschwistern zusammen und nur acht Prozent haben drei oder mehr Geschwister. 25,4 Prozent der Kinder in Deutschland bleiben Einzelkinder.
- Guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschließt Fachkräftepotentiale: Schlechte Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind immer noch für viele Mütter der Hauptgrund dafür, dass sie ihr berufliches Engagement nicht weiter ausdehnen. 34 Prozent der Teilzeitbeschäftigten mit schulpflichtigen Kindern würden gerne länger arbeiten, 37 Prozent der nichtberufstätigen Mütter und 54 Prozent der nichtberufstätigen Alleinerziehenden wäre gerne erwerbstätig.
- Familienleistungen wirken: Das Elterngeld wird von 85 Prozent der Eltern mit kleinen Kindern geschätzt. Zusammen mit den ansteigenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten und der wachsenden Zahl an Vätern, die Elternzeit nehmen (25,4 Prozent), gelingt immer mehr Müttern der Wiedereinstieg in den Beruf, wenn ihr Kind ein oder zwei Jahre alt ist. Weitere Evaluierungen von Familienleistungen haben gezeigt, dass der Kinderzuschlag für Familien mit geringen Einkommen ebenso wie die neuen Leistungen für Bildung und Teilhabe eine hohe Akzeptanz bei den Bezieherinnen und Beziehern genießen.
Der Familienreport wird jährlich vom Bundesfamilienministerium herausgegeben. Er enthält eine umfassende Darstellung von Leistungen, Wirkungen und Trends rund um Familie und Familienpolitik.
Quelle: www.bundesregierung.de Meldung vom 9.1.2012
Claudia Ehrenfeuchter, Text und Recht

