Blog: Arbeits-, Tarif- und Personalvertretungsrecht

Das Anforderungsprofil im Rahmen eines Stellenbesetzungsverfahrens

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21.08.2017
 

Anforderungsprofile prägen das gesamte Stellenbesetzungsverfahren. Dieser Blogbeitrag zeigt Ihnen auf, was Sie bei der Erstellung eines Anforderungsprofils nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts beachten müssen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

viele von Ihnen werden sich in der Praxis mit der ordnungsgemäßen Durchführung von Stellenbesetzungsverfahren beschäftigen. Ein „rechtssicheres“ Stellenbesetzungsverfahren setzt zunächst die Erstellung eines Anforderungsprofils voraus.


 

Tipp:

Durch die Bestimmung eines Anforderungsprofils für einen Dienstposten legen Sie die Kriterien für die Auswahl der Bewerber im Voraus fest. Das einmal von Ihnen festgelegte Anforderungsprofil ist für das gesamte Verfahren bindend und kann damit nicht mehr abgeändert werden. Damit sollten Sie bei der Festlegung des Anforderungsprofils größtmögliche Sorgfalt walten lassen.

 

Denken Sie daran, dass die im Anforderungsprofil genannten leistungsbezogenen Auswahlkriterien in einem engen inhaltlichen Zusammenhang mit den Anforderungen des zu besetzenden Dienstpostens stehen müssen.1

 

Hinweis:

Fehler im Anforderungsprofil führen grundsätzlich zur Fehlerhaftigkeit des Auswahlverfahrens, weil die Auswahlerwägungen dann auf sachfremden, nicht am Leistungsgrundsatz orientierten Gesichtspunkten beruhen.2 Sie müssten dann das gesamte Verfahren wiederholen. Dies hätte für Sie zur Folge, dass Sie die Stelle bis zum Abschluss des „neuen“ Verfahrens zumindest nicht endgültig besetzen könne.

 

Für Sie gilt damit, dass die Festlegung des Anforderungsprofils im Hinblick auf die Anforderungen der zu besetzenden Stelle sachlich nachvollziehbar sein muss.3 Damit dürfen dem Anforderungsprofil keine sachfremden Erwägungen zugrunde liegen.4 Sie dürfen damit das Anforderungsprofil insbesondere nicht willkürlich gestalten.5

 

Hinweis:

Streiten Sie sich mit einem Ihrer Mitarbeiter über einen Anspruch auf Teilhabe an dem Bewerbungsverfahren, trifft Sie die Darlegungslast hinsichtlich des gestellten Anforderungsprofils. Sie müssen dann sachlich nachvollziehbar vortragen, dass die Festlegung des Anforderungsprofils den Anforderungen der zu besetzenden Stelle entspricht und den gestellten Anforderungen keine sachfremden Erwägungen zugrunde liegen.6

 

In diesem Sinne verbleibe ich für heute.

 

Ihr

Boris Hoffmann

 


1 BAG 06.05.2014 – 9 AZR 724/12.

2 BVerfG 25.11.2011 – 2 BvR 2305/11.

3 BAG 12.09.2006 – 9 AZR 807/05.

4 BAG 17.01.2006 – 9 AZR 226/05.

5 BAG 07.04.2011 – 8 AZR 679/09.

6 BAG 06.05.2014 – 9 AZR 724/12.


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