Personalmanagement-Blog

Trends in der Fort- und Weiterbildung für Führungskräfte

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18.04.2017
 

Welche Inhalte und Formate bieten Unternehmen der Privatwirtschaft ihren Führungskräften für die Fort- und Weiterbildung an? Wie ist der Stand derzeit und welche Entwicklungen sind zu erwarten? Mit diesen Fragen setzt sich eine Studie der Personal- und Mangementberatung Kienbaum auseinander.

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Dr. Achim Mollbach und Daniela Held, beide bei Kienbaum Consultants International tätig, haben sich mit den Trends in der Weiterbildung für das operative Management befasst (Mollbach & Held, 2017, S. 159 ff.). Unter „operatives Management“ verstehen sie dabei Führungskäfte der unteren und mittleren Führungsebene mit disziplinarischer Führungsverantwortung sowie Projektmanager und Fachspezialisten, die dauerhaft Projekte ohne disziplinarische Verantwortung tragen. Die Unternehmen müssen nach Auffassung von Mollbach und Held langfristig in die Weiterentwicklung der Führungkräfte investieren, damit diese Herausforderungen wie z. B. Digitalisierung, neue Führungs- und Arbeitsformen, kurzlebigen Führungs- und Arbeitsformen erfolgreich bewältigen können. „Die Aufgabe der Führungskräfteentwicklung wird zukünftig nicht einfach durch ein Mehr an zeitlichen oder finanziellen Investitionen zu bewältigen sein“ (Mollbach & Held, 2017, S. 159). Genauso wichtig sind nach Auffassung der beiden Autoren die Auswahl der richtigen Lerninhalte und Lernformate. Hierzu im folgenden einige Ergebnisse der von Mollbach und Held durchgeführten Befragungsstudie.

 

Lerninhalte

Die Studienteilnehmer wurden u. a. gefragt, auf welche Lerninhalte Fortbildungsmaßnahmen zukünftig wohl fokussiert sein werden. Dabei konnte das Ausmaß der Fokussierung von 1 ( sehr gering) bis 4 (sehr stark) eingestuft werden. Hier die Einstufung einzelner Inhalte:

 

  • Mitarbeiter- und Teamentwicklung (3,02)
  • Projektmanagement (2,89)
  • Change- und Transformationsmanagement (2,86)
  • Persönlichkeitsentwicklung (2,77)
  • Kommunikation (2,77)
  • Agile Organisation (2,68)
  • Digital Leadership (2,66)
  • Stress- und Gesundheitsmanagement ( 2,62)
  • Virtuelle Führung und Führen auf Distanz (2,56)
  • Diversity Management (2,42)

 

Die Befragung kommt zu dem Ergebnis, dass diese Themen bereits heute in der Führungskräfteentwicklung der Unternehmen eine Rolle spielen, jedoch werden sie zukünftig wohl einen erheblichen Bedeutungszuwachs erleben. Es lohnte sich, die Inhalte von Maßnahmen der Führungskräfteentwicklung im öffentlichen Sektor mit den o. g. Inhalten zu vergleichen und ggf. Unterschiede zu begründen.

 

 

Lernformate

Bei den Lernformaten werden zukünftig nach Ansicht der Befragten neue, digitale Formate an Bedeutung gewinnen. Momentan dominieren Präsenz-Seminare, -Trainings und –Workshops, zukünftig wohl Online-Plattformen für das Selbststudium, Virtual Classroom/Webinare, Computer-based/Web-based-Training aber auch E-Action Learning (auf Virtual-Reality-Plattformen). Diese digitalen Formate werden die traditionellen aber nicht ersetzen oder verdrängen, sondern ergänzen. Auch das Einzel-Coaching – in Präsenz-Form oder via Telefon – wird wohl in Zukunft häufiger eingesetzt werden.

Ob die digitalen Formate auch in der Führungskräfteentwicklung des öffentlichen Sektors eine bedeutsame Rolle erlangen werden? Da bin ich angesichts des hohen Entwicklungs- und Investitionsaufwands bei digitalen Formaten skeptisch. Zudem meine ich zu erkennen, dass viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Führungskräfteschulungen lieber in der Gruppe lernen und sich dort intensiv austauschen, als alleine vor dem Bildschirm zu sitzen. 

 

 

 

Herzlichst

 

Ihr

Andreas Gourmelon

 

 

Quelle:

Mollbach, A. & Held, D. (2017). Trends in der Weiterbildung für das operative Management. Zeitschrift für Betrieb und Personal, 3/2017, S. 159 – 161.

 


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